24. etappe: herdecke – gevelsberg, 24,2 km, so 08.07.2018

das war zwar eine anstrengende, aber auch eine der schönsten etappen.

sie begann mit dem überqueren der ruhr und führte uns über schönste waldwege teilweise stark an- und absteigend am ende nach gevelsberg.

zunächst aber erreichten wir den güterbahnhof hagen-vorhalle:

dieser güterbahnhof ist beeindruckend. er ist einer der grössten deutschlands, ist für das ruhrgebiet und das sauerland von wesentlicher bedeutung und ist dennoch bedroht. er wurde bereits 1910 in betrieb genommen und 2004 bis 2006 modernisiert. doch die rückverlagerung des güterverkehrs auf die strasse könnte zu seiner schliessubg führen.

und wieder hatte uns der wald und wir die freude mit ihm.

in hagen haspe gönnten wir uns in der super bestückten und eingerichteten stadtbäckerei eine erste kaffeepause. in haspe hat die firma brandt noch ihren geschäftssitz, auch wenn die zwiebackproduktion längst in die neuen bundesländer verlegt worden ist.

und weiter ging es im wald rauf und runter. wir umkreisten auf einem art höhenweg mehrere berge und hatten beste ausblicke auf die orte im tal und die gegenüberliegenden berge.

und es gab sogar pferde im wald.

mit dem erreichen des gevelsberger stadtwaldes gelangten wir in das schwelmer neue forsthaus. ein idyllischer ort an einem wildgehege, in dem eine oma mit enkelin ein sommercafe betreibt.

die oma backt waffeln und servierte uns den leckersten sanften engel (vanilleeis in orangensaft), den wir je hatten. das ist ein traumhaft schöner und leckerer ort.

kurz darauf passierten wir eine pilgerpass stempelstelle, aber leider war sie verweist.

es mussten nochmals drei berge halb bestiegen und auf halber höhe umrundet werden, ehe es erst hinunter in die stadt gevelsberg und in ihr wieder hoch ging. die geschichte gevelsberg beginnt um 1225 mit einem mord. der kölner erzbischof engelbert soll damals in einem hohlweg am „gievlberch“ von einem verwandten ausgeraubt und getötet worden sein. an der stelle des überfalls wurde 1230 ein sühnekloster gegründet. darum herum entstand dann die stadt gevelsberg.

vorbei an einer ehemaligen kornbrennerei verliessen wir die stadt wieder und stiegen einmal mehr steil auf zu unserer unterkunft ca. 2 km ausserhalb der stadt.

hier geniessen wir einen beeindruckenden ausblick und freuen uns den letzten anstieg morgen nicht mehr gehen zu müssen.

nachdenklich gestimmt haben uns die orte, durch die wir heute kamen. viel leerstand, viel heruntergekommene häuser und bausünden der 70er jahre. wir würden vertreter_innen aller parteien empfehlen sich mal in solchen orten aufzuhalten und zu erfahren, wo der schuh drückt. asylgesetzgebung ist bestimmt nur ein ventil, an dem sich leicht der ärger und das gefühl zu kurz zu kommen, abreagieren lässt. es ist für niemanden eine lösung sich fremden gegenüber abzuschotten. die geflüchteten sind nicht das problem, sondern die sozialstrukturen und das gemeinwesen.

erkenntnis des tages: bergziege bleibt bergziege. oder trivialer: die landschaft, in der die wiege gestanden hat, bleibt einem die vertrauteste. oder nochmals präziser: landschaft ist ein sozialisationsfaktor und sozialisation prägt uns menschen ganz wesentlich.

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